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Die Welt der Bücher in einem Blog!

08. Buchpflege

Umgang mit Büchern und Tipps zum Reparieren

 

Jährlich erscheinen alleine in Deutschland ca. 90.000 neue Bücher – Tendenz steigend! Denn dank „Print on Demand“ (Druck auf Nachfrage) kann neben Berufs- und Hobbyautoren auch jeder andere auf die Schnelle seine Idee zu Papier und somit auch in den Handel bringen.

Steigt die Quantität, sinkt die Qualität; jedenfalls was den Umgang betrifft. Das Kunstwerk Buch wird somit zum Massenkonsumprodukt. Dass dabei die ein oder andere Verletzung am Objekt passiert, ist nicht auszuschließen.

Lesen Sie im folgenden Artikel die zehn schlimmsten Methoden beim Lesen von Büchern und natürlich, wie man diese umgehen kann.

 

1. Vergilbte Seiten

Vor allem bei alten Büchern taucht dieser Effekt auf. Die Seitenränder oder gar ganze Blätter sind über die Jahre hinweg vergilbt. Warum? Holzhaltiges Papier unterliegt auch in Buchform noch immer der Zersetzung, die Luftfeuchtigkeit und der Sauerstoff in der Luft bauen die biologischen Produkte langsam ab.

 

Tipp: Wirklich tragisch ist dieser Effekt nicht, oftmals verleiht er einem alten Werk sogar einen historischen Hauch. Vergilbte Seiten sollte und muss man nicht behandeln; bewährte Hausmittel wie Bohnenkaffee oder Katzenstreu können jedoch gegen den modrigen Geruch helfen. Die chlorgebleichte Alternative empfehle ich aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen nicht.

 

2. Verlorene Buchelemente

Es gibt Bücher mit Schutzumschlägen, Lesebändchen, herausnehmbaren Falttafeln u.v.m. Geht eines dieser mobilen Elemente verloren, ist das noch lange kein Grund, das gesamte Druckerzeugnis in den Müll zu befördern (denken Sie auch hier an die Umwelt). Ärgerlich, aber kein Grund für einen Neukauf, denn …

 

Tipp: … Schutzumschläge sollen das eigentliche Buch vor Verschmutzungen schützen, ein verloren gegangenes Lesebändchen ersetzt jederzeit ein Zettel. Sollte aber wichtiges (herausnehmbares) Material fehlen, kann man beim Verlag um einen Nachdruck bitten – auch wenn dies bei älteren Büchern schwieriger sein dürfte und natürlich immer Sache des jeweiligen Verlags ist.

 

3. Schmutz

Lästiger dagegen ist der Schmutz auf, am und im Buch. Seien es Schokoladenflecken, zerquetschte Insekten oder sonstige Dreckpartikel, es wird dadurch immer das eigentliche Buchbild auf Dauer zerstört. Solange sich die Verschmutzung in Grenzen hält, also nebensächlich ist, ist auch dieser Punkt weniger gravierend.

 

Tipp: Oft wird Zitronensäure, Seife o.ä. als Gegenmittel für Nikotin- und andere Verfärbungen auf Einband und Buchseiten verwendet. Doch Vorsicht: Die Säure kann sehr ätzend sein und das Papier sowie die Tinte angreifen und in Mitleidenschaft ziehen!

 

4. Wasser & Feuer

Schlimmer wird es da bei dem flüssigen und heißen Element. Wem ein Buch ins Wasser fällt, muss sich meist ein neues kaufen, denn die Tinte wäscht es raus und die Seiten wölben sich nach dem Trocknen. Feuer kann nicht nur verbrennen, sondern hinterlässt auch durch intensiven Qualm ganze Seiten unleserlich.

 

Tipp: Wasser und Feuer können an Büchern irreparable Schäden anrichten, daher sei hier nur davor gewarnt, mit Flüssigkeiten und heißen Quellgegenständen vorsichtig umzugehen. Vermeiden Sie diese grundsätzlich in unmittelbarer Nähe Ihres Druckwerks!

 

5. Knicke

Knicke allgemein sind Gebrauchsspuren. Bei Ratgebern oder wissenschaftlichen Abschriften können diese der Orientierung dienen. Ein belletristisches Werk wie einen Historienroman entstellt diesen dadurch aber, besonders wenn es sich um eine schöne Aufmachung einer raren Auflage handelt. Knicke im Einband bei Hardcover-Büchern (gebunden) sind irreparable Schäden, da die dicke Pappe nicht mehr herzustellen ist – auch mit keinem Wasserdampf, der angeblich die Pappe kurzzeitig anhebt und so in ihre ursprüngliche Form zurück drückt.

 

Tipp: Knicke auf Buchseiten sollten generell nicht in die entgegengesetzte Richtung geknickt werden, sonst kann die Buchseite an dieser Stelle im Laufe der Zeit brechen. Dasselbe ist beim Einband von Taschenbüchern der Fall; hier entsteht oft und je nach Farbe/Druck an der Knickstelle ein weißer Rand. Der beste Tipp ist, einfach das Buch eine Zeitlang zu pressen: durch andere dicke Bücher zum Beispiel.

 

6. Markierungen und Co.

Ein Buch ist ein Kunstwerk – darüber gehen die Meinungen auseinander. Nichtsdestotrotz stecken meist Liebe und Arbeit in dem Produkt und dem Inhalt, und beides sollte nicht durch Kritzeleien, Markierungen o.ä. entstellt werden. Ausnahmen sind natürlich Studienausgaben, die in der Schule oder an der Uni besprochen werden, und wiederum wissenschaftliche Abschriften.

 

Tipp: Wer sein Buch nicht verschandeln will, kann zur Markierung durchsichtige Folien benutzen. Die darauf angebrachten Kommentare oder Zeichnungen können im Nachhinein wie ein eigenes Buch gelesen werden (Nachteil: Kostenpunkt). Sind Beschriftungen aber unumgänglich, sollte man sie mit einem weichen Bleistift zart auf die Buchseiten auftragen, und nicht hineinkratzen, um sie später eventuell wieder auszuradieren (Nachteil: Druckertinte kann auch radiert werden). Tinte, Filzstifte und Kugelschreiber sind normalerweise tabu.

 

7. Eselsohren

Das Phänomen der Eselsohren entstand aus purer Faulheit: Eselsohren werden in die Ecken der Seiten geknickt, um sich ein Lesezeichen zu setzen. Dabei ist der Begriff „Eselsohr“ selbst schon ein Schimpfwort und weist auf die respektlose Handhabung des Buches hin. Andreas Gryphius (1616– 1664) erwähnte nachweislich als Erster diesen Begriff.

 

Tipp: Eselsohren können praktisch sein, keine Frage, aber ästhetisch sind sie nicht. Und in der Kunst, zu der die Literatur zählt, geht es um Ästhetik. Alternativen zu Eselsohren sind: Lesezeichen, Lesebändchen, Seitenklammern, ablösbare Notizzettel, oder Gegenstände, die man gerade findet und die keine Auswirkung auf das Buch haben (Schrauben sind z.B. nicht geeignet).

 

8. Gebrochenes Rückgrat

Das Schlimmste, was man seinem Buch antun kann, ist das Brechen seines Rückgrats.

Jedes Buch hat einen Buchrücken, an dem alle Seiten befestigt sind.

Je breiter der Buchrücken, desto stabiler muss er sein; das ist vor allem bei Taschenbüchern schwierig.

Eben bei diesen Taschenbüchern sieht man oft, dass der Buchrücken nach hinten geklappt ist; der Einband leidet auch darunter.

Schnell können so alle Seiten die Haftung – bei Klebebindung wie Fadenheftung – verlieren und aus dem Einband herausfallen.

 

Tipp: Auch hier gilt der Ratschlag: Vermeiden Sie das Brechen des Rückgrats eines Buches generell! Erstens zahlen Sie für ein einwandfreies Produkt, welches es dann nicht mehr wäre, und zweitens sehen unversehrte Buchrücken im Regal einfach schöner aus und nehmen weniger Platz in Anspruch.

 

9. Risse & fehlende Seiten

Natürlich kann es passieren, dass man aus Versehen Seiten einreißt. Bücher sind nämlich auch Gebrauchsgegenstände, weshalb viele Leute sagen, dass sie mit einem Buch genauso umgehen wie mit einem Spaten. Mutwillig sollte man dennoch keine Seiten herausreißen, um jemandem z.B. darauf etwas zu zeigen. Das Produkt ist dann defekt.

 

Tipp: Wollen Sie z.B. eine Seite jemandem zeigen oder auf Postergröße kopieren, dann nutzen Sie doch am besten die Scanner-Technik. Risse, je nach Größe, müssen nicht repariert werden, können es aber mit natürlichem Holzleim. Aber Vorsicht, dass nicht mehrere Seiten zusammenkleben!

 

10. Gebrauchte Bücher kaufen

Die schlimmste Sünde im Umgang mit Büchern ist – neben dem Wegwerfen – das Kaufen von gebrauchten Büchern. Viele Leser und Literaturliebhaber sind der Ansicht, dass jedes einzelne Buch bei einem Kauf etwas Persönliches vom Käufer annimmt. Sie fühlen sich mit gebrauchten Büchern nicht wohl und denken „Das wurde schon benutzt“, „Die Magie ist dahin“ oder auch „Es ist nicht wirklich meines“.

 

Tipp: Es gibt unzählige Bücherflohmärkte, auf denen gebrauchte (Schul-) Bücher und uralte Raritäten angeboten werden. Historische Fundstücke dienen oft als Ausstellungs- oder Schmuckstück für die private Sammlung und können ruhigen Gewissens gekauft werden. Tun Sie aber bei neuen Büchern sich selbst, dem Autor, dem Verlag und dem Markt etwas Gutes und greifen Sie auf Ihr persönliches Original zurück.

 

Fazit

Wir halten fest: Das Buch ist sowohl ein Kunstwerk als auch ein Konsumprodukt. Es wird benutzt und in Ehren gehalten – wie man aber mit seinen erworbenen Büchern selbst umgeht, steht zum Glück in keinem Gesetz und ist Sache jedes Einzelnen.

Die hier präsentierten „Buchsünden“ dienen vor allem als Hinweis auf einen respektvollen Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer. Ich hoffe, auch im Namen meiner Autorenkolleginnen und -kollegen, Ihnen einige wichtige Tipps präsentiert zu haben und wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß beim Lesen!

Von Thorsten Boose

 

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Autoren Meinungen über die Art wie man mit Büchern umgehen sollte, sowie die Quelle woher dieser Text stamt, findet hier hier: http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/923/

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